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Fukushima Katastrophe, Japan, Deutschland und Korea

(Auf der Suche nach Demokratie)

 2011년 9월 19일

                                                                                    고랑

 

Die Katastrophe des Atomkraftwerkes (AKW) von Fukushima, die durch das Hypererdbeben der Stärke 9 und den folgenden gewaltigen Tsunami verursacht worden ist, löste auf der ganzen Welt und bei deren Bevölkerung zunächst eine Reihe von starken emotionalen Reaktionen wie Schock, Angst, Sorge, Mitleid, Machtlosigkeit und Wut aus. Gleichzeitig berichtete aber die deutsche Presse über die andere Seite der ungewöhnlichen ethischen Reaktionen der Japaner: Stoische Ruhe, innere Fassung, Selbstbeherrschung, Gehorsam, Hilfsbereitschaft und nachbarschaftlichen Beistand. Es wurde auch berichtet, dass es auf der Straße keinerlei Plünderungen gegeben hätte, die es in solchen Fällen häufig gibt. Daher bewunderte und lobte sie die edlen Charakterzüge dieser Nation und zollte ihr Respekt. Vielleicht erleichterte die besonders enge wahlverwandschaftliche Beziehung beider Nationen in den letzten anderthalben Jahrhunderten diese Reaktion. Denn Japan hatte aus Deutschland deutsches Kulturgut und manche westliche zivilisatorische Errungenschaft importiert.

Die kritische deutsche Öffentlichkeit zeigte jedoch allmählich, je länger sich die Behebung des Unfalls hinauszögerte, immer stärkere Zweifel an dem ernsthaften Willen des japanischen Betreibers des AKWs, Tepco, der Sicherheitsbehörde und der Regierung zur raschen Problemlösung. Denn die Berichterstattungen der Verantwortlichen zur Situation, des Bewältigungsstandes und der Zusammenarbeit mit der ihre Hilfe anbietenden Organisation IAEA und andere Staaten waren rar, ungenügend, unkorrekt oder fehlten gänzlich. Die internationalen Beobachter vermuten daher, dass sie wegen ihrer angeblichen geheimen Abmachungen die Informationen über den Unfall im eigenen Interesse absichtlich verzögerten oder gar verschleierten. Bei einigen internationalen Meldungen ist sogar der Begriff „Yakuzabande vom AKW“ gefallen.

Man bezichtigte auch die schweigende unschuldige Bevölkerung der mangelnden Einforderung ihres guten Rechts auf schnelle und aktuelle Information und ausbleibender berechtigter Kritik an der Verzögerungstaktik der Verantwortlichen. Denn nicht nur tragen der Betreiber und dessen Partner an der Verzögerung der Reparatur des AKWs und den dadurch entstehenden Schäden die Schuld, sondern auch die Bevölkerung ist schuldig, weil sie zu dem Unfall von Anfang an konsequent geschwiegen hat und sich darum nicht zu kümmern scheint. Auf diese Weise verstrichen entscheidende Momente nach dem Unfall und gingen verloren.

Am Beispiel der verschiedenen Reaktionen der Länder Japan, Deutschland und Korea auf den Unfall lässt sich nicht nur auf unterschiedliche Mentalitäten schließen, sondern auch auf ihre Einstellung zur und ihr Verständnis von Demokratie.

 

  1. Japan, das Land der Monarchie und Bürokratie

Das Atomkraftwerk in der heutigen Welt ist eine unverzichtbar wichtige und „gesegnete“ Energiequelle für die meisten Industrienationen der Welt. Es ist trotz seiner Gefährlichkeiten eine Goldmine sowohl für profitbesessene Unternehmen als auch für auf politische Macht bedachten Parteien und die Regierung, und schließlich auch für die die „billige“ (weil die hohen Entsorgungskosten des ausgenutzten Verbrennungsmaterials üblicherweise nicht berücksichtigt sind) Energie konsumierenden Bürger selbst.

Nicht zuletzt liegt es für ein rohstoffarmes kleines Land wie Japan mit mangelnden Ressourcen für erneuerbare Energien bei gleichzeitiger Überbevölkerung zugunsten eines schnellen Wachstums nahe, sich vom AKW abhängig zu machen, obwohl es ständig von gefährlichen Erdbeben und Tsunamis heimgesucht wird und in der jüngsten Geschichte bittere Erfahrung mit Atombomben gemacht hat.

Schaden oder Nutzen des AKWs beiseite, die Katastrophe ist schon geschehen, und zwar mit großen Verwüstungen für mehrere Tausende der nordöstlichen Bevölkerung und wirtschaftlich unermesslichen Schäden für die Zukunft des Landes.

Die beiden Tatsachen, dass das Land Japan trotz seines hohen Technologiepotentials und seiner Sicherheitskapazität es versäumt hat, ihr AKW rechtzeitig unter Kontrolle zu bringen, und dass das japanische Volk die ausschließlich von Menschen verursachte Katastrophe ohne Kritik und Protest als fatales Schicksal hinnimmt, lassen uns überhaupt nach dem jetzigen Zustand der japanischen Demokratie fragen.

Der konservative Bürgermeister von Tokio, Ishihara Shintaro, schob die Verantwortung der Fukushima-Katastrophe anstatt Regierung und Politikern den unvernünftigen Bürger zu, die gänzlich von Egoismus, Materialismus und Mammonismus beherrscht seien, und nannte die Katastrophe scheinheilig eine Strafe Gottes. Der japanische Kaiser, der in der Regel am Leben der Bürger kaum beteiligt ist, appellierte an Opfertum, Fügsamkeit und Geduld des Volkes, indem er vor den Opfern auf die Knie fällt. Sein Appell ist nichts anderes als eine verblümte Anhaltung des Volkes zum Gehorsam gegenüber der Regierung.

Das Fügen des Volkes unter die hierarchischen Autoritäten und der Glaube an die gesellschaftliche Ordnung und Harmonie sind den Japanern traditionell tief im Bewusstsein verwurzelt. Das Individuum ist der Gemeinschaft verpflichtet und muss für sie geopfert werden.

Angesichts dieser Mentalität und Sozialstruktur kann und darf man vom Volk erwarten, dass es, auch wenn die Geheimbündelei von Unternehmen, Behörden und Regierung um das AKW Fukushimas ans Licht treten sollte, gegen seinen gutgläubig geschlossenen sozialen Konsens mit der Gemeinschaft Widerspruch einlegt, ihn bricht und die Wahrheit über den Vorfall verlangt? Kann man dem japanischen Volk ohne weiteres zumuten, die vertrauenswürdigen Politikern anzuschwärzen und sie zu Fall zu bringen? Was nun aber, wenn die Regierung und Politiker tatsächlich um ihrer Interessen willen hinter dem Volk die Politik manipulierten und ihre Macht missbräuchten? Man vermisst bei der Fukushima-Katastrophe, die von dunklen Abmachungen zwischen den Verantwortlichen nicht ganz frei sein kann, eine berechtigte Wut und den Anspruch des Volkes auf rasche Information über die Lage, die Klarstellung von Beziehungen zwischen den AKW-Verbündeten und eine klare Anklage der Regierung.

Das ist leider das Demokratiebild Japans von heute. Die Japaner könnten behaupten, man brauche in Asien nicht unbedingt westliche Demokratie zu haben und man lebe mit der sogenannten asiatischen Demokratie gut und glücklich in Harmonie und wirtschaftlichem Gedeihen. Nichts dagegen. Aber nur unter der Voraussetzung, dass sie gewissenhafte und saubere Politiker besäßen, die gegen soziale Ungerechtigkeiten wie Bestechung, Betrug und Manipulation kämpfen, die Unfälle wie Fukushima vermeiden, und auf diese Weise allen Bevölkerungsschichten Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Genugtuung schenken könnten.

 

Wir hoffen, dass die inzwischen zaghaft begonnene Demonstration der gewissenhaften, demokratisch gesinnten japanischen Minderheit gegen die gefährliche AKW-politik und die an Wachstum und Profit orientierte Wirtschaftspolitik der Regierung weiter wächst. Ihre Forderung einer allmählichen Wende zu erneuerbaren Energien möge von der Bevölkerung angenommen werden. Ihre Forderung an der Demokratisierung möge auch bei der schweigenden Masse Gehör finden. Gleichzeitig hoffen wir auch, dass Japan durch die Demokratisierung und Friedenspolitik auch die Existenz der von Japan verschleppten koreanischen Animierdamen des 2. Weltkrieges endlich zugibt, sich entschuldigt und sich auf die Ungerechtigkeit ihrer Ansprüche auf die koreanische Insel Dokdo(Takeshima) besinnt, so dass es mit den Nachbarvölkern in Frieden und gegenseitiger Anerkennung, Respekt und Zusammenarbeit leben kann. Erst dann könnte man von der wahrhaftigen Demokratie in Japan sprechen.

 

  1. Deutschland, ein Musterschüler der Demokratie

Ein Land, das bisher wie USA, Japan, Frankreich unter dem Segen der Kernenergie gestanden und sie genossen hatte, hat sich anlässlich des Ereignisses in Fukushima plötzlich von ihr losgesprochen und die internationale AKW-Liga verlassen. Damit hat es die ganze Welt in Erstaunen und Verwunderung versetzt. Das Land heißt Deutschland. Es berichtete gleich nach dem Fukushimaunfall als erste Nation von Massendemonstrationen gegen AKW und für alternative Energiepolitik in Deutschland.

Die Regierung Merkel hat sich nach mehrmaligen Hin und Her zwischen AKW und erneuerbaren Energien endlich entschlossen, seine AKW abzuschalten, inmitten der heißen Phase, in der die Japaner mit der Lösung des radioaktiven Unfalls hadern, und die anderen Länder ihre eigenen AKW-Anlagen wie heiße Eisen anfassen und über neue Sicherheitsüberprüfungen und -maßnahmen oder gar über die Energiewende ernsthaft nachdenken. Deutschland will bis 2022 dem AKW die endgültige Absage erteilen und die Enegiewende herbeiführen.

Was hat das Land dazu bewogen? War das ihre berühmte „german angst“, die das Land  zu allem, was ihm unsicher, ungewiß, unvertraut, unlogisch und vetrauensunwürdig vorkommt, den Zugang versperrt? Oder war das sein traditioneller Idealismusglauben, der der unzulänglichen und negativen Realität das Volkommene, das Perfekte, das Ideale vorzieht? Das Land zweifelt generell in allem und verzweifelt dadurch oft an vielem, obwohl seine Wirtschaft ständig gedeiht. Kein Wunder, dass das Land von allen Ländern, die positiv und optimistisch denken, mutig experimentieren und immer an den Fortschritt glauben, argwöhnisch verhöhnt oder nicht verstanden wird.

Beides sind keine falsche Antworten. Mir scheint die konkretere und richtigere Antwort in dem Sicherheitsbewusstsein zu liegen, das es fest an sein Denken oder Handeln knüpft. Es ist ihm das höchste Lebensgut, woran es alles messen will. Demgemäß läuft das Leben in Deutschland langatmig, langsam, zögernd und sogar verspätet. Es ist bekannt, dass sich die Deutschen bei der Einführung von Aufklärung, Industrialisierung, Freiheitsbewegung, Kolonialismus und Demokratisierung in ihrer jüngsten Geschichte den anderen europäischen Ländern gegenüber als „verspätete Nation“ erwiesen hat. Dafür beanspruchen die Deutschen aber konservative Werte wie Sicherheit und Stabilität, Ruhe und Ordnung, Solidität, Dauerhaftigkeit und Frieden als Kompensation. Dafür nehmen sie den dadurch entstandenen hohen Aufwand von Zeit, Geld und langwieriger Diskussion gerne in Kauf. Sicherheit schreibt man in Deutschland groß: Nachhaltige Sicherheit für Menschen, Natur und Umwelt, für eine freie, friedliche und gerechte Gesellschaft von heute und morgen. Sie verlangen die menschenmögliche Sicherung der Sicherheit vor Fehlern und Unfällen, vor gesellschaftlichen Umbrüchen, Revolution, Chaos und Krieg.

Die Sicherheit wollen die Deutschen mit ihrem Hang zur Korrektheit und Perfektion in Gesetzen, Regeln und Vorschriften sichern. Zur Ausreifung ihres Sicherheitssystem benötigen sie sorgfältige und langfristige Strategie, Planung und Vorbereitung und viel Zeit. Das Resultat ist eine perfekt funktionierende Sicherheit, in der sie das Leben dauerhaft und sorglos genießen und ihren Nachfahren weiter vererben.

Allerdings werden sie rat- und machtlos, falls übernatürliche oder unvorhersehbare Zufälle eintreten und sie in chaotische Bedrängnis bringen, da ihnen Flexibilität und Ad-hoc-Mangement der Asiaten fehlt.

Einmal sicherte es sich gegen fremde Rassen, deren Kultur und Religion hermetisch ab, mißbrauchte das Sicherheitsbewusstsein dann als ein gefährliches Mittel für Untaten wie Holocaust und Naziverbrechen, von denen es sich leicht verführen und überwältigen ließ. Es kämpft auch heute ständig und übertriebenermaßen gegen eine drohende Islamisierung.

Anonsten erweisen sich ihre Sicherheitsvorstellung und deren Sicherung in Demokratie, Menschenrecht, sozialer Gleichheit, Friedenssicherung, Umweltschutz, Genmanipulation, und dergleichen  als positiv, vernünftig und vorbildhaft.

 

Ihre positiven Sicherheitsgedanken lassen sich am Beispiel der Partei Bündnis 90/Die Grünen veranschaulichen. Geschwängert in den 1970er Jahren vom Geist der revolutionären 68er Bewegung und geboren in den 80er Jahren richtete sie sich als eine Protestpartei hauptsächlich gegen die alte reformunwillige konservative Politik der Nachkriegsregierungen. Sie setzte als oberste Parteiprinzipien die radikale Reform und die Nachhaltigkeit in Wirtschafts-, Sozial-, Verteidigungs-, Umwelt- und Friedenspolitik für die gegenwärtige und nachkommende Generationen. Kein Krieg, kein Rassismus, kein Monopol- und Raubkapitalismus, keine Umweltverschmutzung, aber soziale Gleichberechtigung von arm und reich, von Mann und Frau und von Einheimischen und Fremden, die schonende und friedliche Nutzung von der Naturressourcen, konfliklose Friedenspolitik waren ihre ambitionierten politischen Ziele.

Nach dem Supergau von Tschernobyl erteilte die Partei ihre Absage an die gefährlichen AKW und setzte in ihrer Energiepolitik auf menschen- und naturfreundliche erneuerbare Energien. Dafür erntete sie vom Volk zunächst Misstrauen, Ablehnung und Feindschaft. Sie hat jedoch 30 Jahre lang hart und unermüdlich dagegen gekämpft, bis sie schließlich von ihren Wählern anerkannt, akzeptiert und belohnt wurde. Sie besitzt jetzt die Gunst von fast 25% aller Wähler und stellt dem Land einen Landesvater und mehreren Landesminister. In der letzten Koalitionsregierung hatte sie sogar einen Bundesminister.

Die Energiewende der jetzigen Merkel-Regierung hat endlich die hartnäckige aber vernünftige Anti-AKW-politik der Grünen zum gerechten Sieg verholfen.

Die Deutschen, voran die Grüne Partei, wollen durch das ihnen innewohnende starke Sicherheitsgefühl und strenge Sicherungsmaßnahmen auch ihre Demokratiepolitik gegen allerlei Ungeist wie falschem Konservatismus, Profitgeist, Korruption und Menschnrechtsverletzungen verteidigen. Durch korrekte und strenge Gesetzgebung, Ehrlichkeit, Fleiß, Solidarität wollen sie sich die Demokratie erkämpfen. Ihr Sicherheitshang erweist sich hier also als bestes Mittel zur Sicherung der dauerhaften Demokratie. Dadurch verdienen die Deutschen das Recht, ein verspäteter, aber um so gewissenhafterer und fleißigerer Musterschüler der Demokratie in der Welt genannt zu werden, wenn auch ihre Demokratie von oben auferlegt und von unten ehrlich und emsig erstrebt wird, während die amerikanische, englische und französische Demokratie eine vom Volk eingefleischte und von ihm selbst wahrgenommene ist.

 

3. Korea, das Land der Demokratie ohne Demokratie 

 

Das gleiche Modell der Wirtschaftsentwicklung übernehmend und die gleichen Spuren vom Wirtschaftswunder des Nachbarlandes Japan verfolgend hat sich das einst so arme Land Korea innerhalb von 30 Jahren in die Garde der führenden Wirtschaftsnationen der Welt hineinkatapultiert. Von mehreren Triebkräften zum Wirtschaftswunder spielt die Energiepolitik der AKW die wichtigste Rolle. Das kleine Land der Fläche von 99,000 km² ist überfüllt von einer Bevölkerung von 45 Millionen. Es besitzt heute bereits 21 AKWs und exportiert sie sogar in mehrere andere Länder. Die jetzige Regierung zeigt trotz des gewaltigen Fukushimaunfalls vor ihrer Nase die Dreistigkeit, bis 2030 noch 13 Stück mehr zu bauen, weil es wie Japan, so die Behauptung, angeblich kaum andere nennenswerte Energieresourcen besitze als AKW, und weil es angeblich die sicherste AKW-Anlagen der Welt besitze. Korea ist dann die Nummer 1 der mit AKW am dichtesten bestückten Länder der Welt. Die Regierung bemüht sich so um die momentane Beruhigung der Bevölkerung, aber nicht um die gründliche Sicherheitsüberprüfung von AKWs oder gar eine Energiewende.

Kennt das Land keine Angst vor dem AKW-Unfall? Sind seine AKW-Anlagen tatsächlich von höchstem Sichherheitsstandard und daher besser als die der führenden Industrienation Japan, wie die Regierung so anmaßend angibt? Möglicherweise. Aber auch die sicherste AKW-anlage der Spitzenindustrieländer ist unberechenbaren und unvorhersehbaren Menschen- und Naturfaktoren ausgesetzt. Dazu existiert noch im Lande ständig die Kriegs- und Terrorismusbedrohung vom Norden, vor der die Politiker die Bevölkerung immer wieder warnen, und mit der sie sie ständig einschüchtern. Trotzdem will die Regierung die AKW weiterbauen. Was für ein Widerspruch?! Es ist eine Politik der Anmaßung und Lüge, die sie jetzt mit den AKW gegenüber der Bevölkerung betreibt.

Wo liegt der wahre Grund zu seiner Anmaßung und seiner Hartnäckigkeit in Bezug auf seine AKW-politik? Das Land hat sich gegenwärtig auf schnellen und uneingeschränkten kapitalistischen Wachstumswahn eingeschworen und schert sich kaum um die dadurch entstehenden schädlichen Nachwirkungen wie die wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich, Kapitalanhäufung bei den wenigen Spitzenunternehmen, ständig anwachsender Zeitarbeit und Arbeitslosigkeit, Konsumrausch, Vernichtung von Natur und Umwelt und die zunehmende Feindschaft zwischen Norden und Süden, abgesehen von den unausrottbaren sozialen Übeln des Landes wie Gesetzesübertretung, Menschenrechtsverletzung, Vetternwirtschaft, Cliquenbildung, Bestechung, Korruption, Egoismus und sozialer Vertrauenslosigkeit.

Der Wohlstand, den die kurzsichtige Regierung jetzt propagiert und hochpreist, ist ein falscher Pseudowohlstand, der nur von kurzer Dauer und nur für wenige Wohlhabende gedacht ist. Er ist natürlich auch definiert worden ohne Sicherheits- und Sicherungspolitk wie z. B. in den AKW-anlagen. Der wahre dauerhafte Wohlstand wäre erst möglich, wenn er auf Demokratie, Menschenrecht, Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit gebaut ist.

Die Demokratie in Korea steht nur in der Verfassung, existiert aber nicht in der Realität. Andere Meinungen und Kritken werden nicht akzeptiert, die Proteste nicht erlaubt. Es existieren beim Volk nur noch der vom Amt und Regierung verordnete bedingungslose Gehorsam und die einheitliche Meinungsbildung, da sonst dem Lande die Kriegsgefahr vom Norden drohte, und das Land den Anschluss an die anderen Konkurrenzländer verliere, womit auch die Wirtschaftsexistenz in Gefahr stehe, wie die Regierung argumentiert.

Aus diesen Gründen hält die koreanische Regierung trotz der Unsicherheit der Technik fest an der Politik für AKW und deren Effektivität und Profitabilität. Sie hat die Aternativenergie von vornherein ohne öffentliche Diskussionen ausgeschlossen. Dadurch veranlasst sie selbst zum Verdacht, dass das AKW nur eine Macht- und Profitangelegenheit für sie und die mit ihr eng verbündeten Unternehmen sein müßte.

Andererseits, ist der Mangel an kritischer Anti-AKW-Bewegung im Lande nur der mächtigen und uneinnehmbaren Front der AKW-Verbündeten Regierung, Unternehmen und Presse zuzuschreiben? Ist das Volk nicht zu beanstanden, und darf es von der Verantwortung für die möglichen Gefährdungen durch Radioaktivität, die die Regierung verheimlicht, freigesprochen werden? Genießt das Volk seinerseits nicht gerne „billige“ Atomenergie, dessen Preis ohne die astronomisch teuren Endlagerungs- bzw. Entsorgungskosten berechnet worden ist und deshalb zur unvernünftigen Energieverschwendung verführt? Hat es je einmal gegen AKW protestiert oder seinen eigenen Konsumrausch kritisiert? Die Billigung der schweigenden Mehrheit der Bevölkerung für die gefährliche AKW-politik der Regierung, ihr an Konsum und Mammonismus orientiertes Glücksgefühl, ihre kritiklose Haltung gegenüber der Regierung, all das könnte aus ihnen eine willige Mittäterschaft zu den Entwicklungsverweigerern der Sicherheitspolitik und Demokratisierung im Lande machen.

Die viel gepriesenen und bewunderten Eigenschaften der Koreaner, Schnelligkeit,
Flexibiblität, Dynamik mögen tatsächlich als wichtige Triebkraft zu ihrer erstaunlichen Entwicklung in allen Bereichen gedient haben. Sie produzieren jedoch logischerweise viele vorhersehbare aber natürlich auch unvorhersehbare Fehler. Wer übernimmt die hohen Schadenskosten, die diese absichtlich oder unabsichtlich wiederholten Fehler verursachen? Wer sonst als das Volk selbst? Die Regierung rechtfertigt dies mit den hohen Gewinnerträgen durch den schnellen und dauerhaften Wirtschaftswachstum. Dabei bleiben Gesundheit und wahres Glück der Bevölkerung, soziale Gerechtigkeit, Demokratie, Natur und Umwelt auf der Strecke.

Die koreanische Politik gehört anders als sein agiles Wirtschaftswachstum zu den unterentwickelten Bereichen. Es ist wahr, dass die ein halbes Jahrhundert andauernde Landesteilung und gegenseitige Anfeindung zwischen Nord und Süd den Demokratisierungsprozess verhindert haben mögen. Aber die mühsam aufgebaute Annäherung- und Versöhnungspolitik zwischen Nord und Süd der letzten beiden Regierungen durch die 6.15-Abmachung hat die jetzige Regierung selbst torpediert und total rückgängig gemacht. Es existieren nur noch Misstrauen, Feindschaft, Egoismus nicht nur auf politischer, sondern insbesondere auf der sozialen Ebene der demokratisch genannten Teile des Landes. Hier werden nur die starken Sieger und Gewinner anerkannt und honoriert, die schwachen Verlierer und Benachteiligten werden missachtet, abgelehnt und bestraft. Ist das die Demokratie?

 

Wir haben bis jetzt anhand des Fukushimaunfalls das demokratische Verhalten in den drei Ländern kurz betrachtet und könnten daraus eine Folgerung ziehen.

Von den Japanern können die Koreaner Respekt vor den anderen, soziale Eintracht, Harmonie und das gemeinsame Überleben durch gegenseitige Hilfe, mit anderen Worten, das Miteinander und Voneinander lernen, jedoch nicht ihren blinden und kritiklosen Gehorsam gegenüber der Autorität.

Von den Deutschen können die Koreaner ihren langsamen Lebensstil mit  Sorgfalt, Umsicht Rationalität und Nachhaltigkeit im Alltagsleben, und ihre Sicherheits- und Sicherungspolitik für Menschen, Gesellschaft, Politik, Kultur, Natur, Umwelt, Frieden und vor allem Demokratie zum Vorbild nehmen, auch wenn ihre Demokratie noch nicht so altbewährt sein mag wie die anderer westlicher Länder.

Die Koreaner sollten sich von der Pseudodemokratie, die die jetzige  Regierung mit der vorgetäuschter Wachstums- und Wohlstandspolitk rechtfertigt, nicht verführen und verdummen lassen, sondern vom rückläufigen Demokratieprozess enttäuscht sein. Denn sie haben schon in ihrer letzten Jahrhunderten viele Ansätze und Voraussetzungen einer Demokratisierung erlebt: Kolonialherrschaft, Volksaufstände, Ideologiekrieg, Diktatur, Studentenrevolution, Demokratiebewegung, Gewerkschaftsbewegung, was, anders als bei den erwähnten revolutionsscheuen Nationen, Japan und Deutschland, sogar auf einen Hang zu Revolution hinweisen könnte.

Für ihre zukünftige wahre Demokratie müssen sie zuallererst die voreilig betriebene Wachstumspolitik kurz anhalten, sich auf die rückläufige Demokratie und den hochgepriesenen Pseudowohlstand ernsthaft und kritisch besinnen, sie verweigern und durch die Wahl der richtigen demokratischen Politiker einen Kurswechsel vornehmen. Das Land steht zur Zeit politisch in Unsicherheit in Bezug auf seine Zukunft. Ohne Demokratie gibt es keine Sicherheit für heute und morgen, und umgekehrt ohne Sicherung der sozialen Sicherheiten auch keine Demokratie. Die Bildung richtig funktionierender politischen Parteien mit klaren und unmissverständlichen Programmen, Disziplin, und die Heranbildung einer sicherheits- und demokratiebewussten Politikergeneration könnte die richtige Demokatie wieder herbeiführen. Erst dann könnte Korea die von ihm immer begehrten Vorderplätze auf der Weltrangliste der Wirtschaftsentwicklung, des menschenfreundlichen Wohlstandes und der Demokratie mit Stolz und gutem Gewissen für sich beanspruchen.

 

 

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